28. Atommüllkonferenz

Samstag, 07. Februar 2026

11.00 – 17.00 Uhr

Volkshochschule Göttingen
Bahnhofsallee 7
37081 Göttingen
[Karte]

Bei der Atommüllkonferenz handelt es sich um ein Treffen der Anti-Atom-Bewegung, das dem gegenseitigen Austausch und der Planung gemeinsamen Vorgehens dient. Sie ist ein fachlich-politisches, parteiunabhängiges Forum für Betroffene und kritische Akteure von den Standorten, an denen sich Atommüll befindet oder die Lagerung vorgesehen ist. Ausdrücklich erwünscht ist die Teilnahme unabhängiger, kritischer Wissenschaftlerinnen und von Vertreterinnen von Verbänden und NGOs, die sich mit diesem Thema beschäftigen.

Die inhaltlichen Schwerpunkte der 28. Atommüllkonferenz bilden der aktuelle Stand beim Suchverfahren nach einem tiefengeologischen Lager für Atommüll, die Konsequenzen der Beschleunigung des Verfahrens, die Jahrestage von Fukushima und Tschernobyl, das Freimessen von radioaktiven Abfällen und die drohenden Castortransporte von Jülich nach Ahaus und von Sellafield nach Brokdorf.

Vormittags werden wir passend zu den AGs Fachvorträge zur Standortsuche zwischen Beschleunigungsdebatte und Vorbereitung der Regionalkonferenzen und zum aktuellen Stand und Lücken der Zwischenlagerung des BGZ Forschungsprogramms hören.

In den Arbeitsgruppen werden wir uns mit den Jahrestagen von Fukushima und Tschnobyl(AG1), der Standortsuche (AG2), dem Freimessen von radioaktiven Abfällen (AG 3) und den drohenden Castortransporten(AG4) beschäftigen.

Einladung/ Programm [.pdf]

Programm

11.00 – 11.15 Uhr Eröffnungsplenum

Begrüßung, politische Einführung

Ursula Schönberger und Henning Garbers

11.15 – 12.00 Uhr Fachvortrag I

Standortsuche zw. Beschleunigungsdebatte und Vorbereitung der Regionalkonferenzen

Im November 2025 hat die BGE neue Arbeitsstände veröffentlicht. Noch ist vieles grauer Nebel, doch der Blick auf die nun türkis markierten Gebiete lohnt, denn sie sind weiter im Rennen. Gleichzeitig werden an anderer Stelle schon Pflöcke für die Zeit danach eingeschlagen. Unter dem Deckmantel der Optimierung geht es vor allem um eins: Beschleunigung des Suchverfahrens. Die jetzt vorliegenden Eckpunkte der StandAG-Novelle des BMUKN werfen deutliche Fragen auf, ob das ohne Abstriche für Sicherheit und Beteiligung abgehen wird. Unmittelbar nach der Bekanntgabe des Standortregionenvorschlages soll es mit der Einrichtung der Regionalkonferenzen losgehen. Auch hier braucht es einen kritischen Blick, um schon frühzeitig negative Entwicklungen bewerten und kommentieren zu können.
Referenten: Wolfgang Ehmke (Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg), Jan Warode (BUND) und Bernd Redecker (BUND)

12.00 – 12.30 Uhr Fachvortrag II

Zwischenlagerung: BGZ Forschungsprogramm – Aktueller Stand und Lücken

Im November 2025 stellte die BGZ die mittlerweile 3. Version ihres Forschungsprogramms zur Zwischenlagerung vor. Oda Becker berichtet zum aktuellen Stand und wirft insbesondere einen kritischen Blick auf die Lücken und offenen Fragen, die im Rahmen der zu verlängernden Zwischenlagerung noch dringend zu schließen sind.
Moderation: Dr. Peter Widmayer (Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg), Referentin: Oda Becker (Dipl. Physikerin)

12.30 – 13.30 Uhr Mittagspause

13.30 – 16.00 Uhr Arbeitsgruppen

AG 1: Jahrestage Fukushima/Tschernobyl im Angesicht der aktuellen Pro-Atomdiskussionen

In diesem Jahr jähren sich die Atomkatastrophen von Fukushima und Tschernobyl zum 15. bzw. 40. Mal. Während sich die Auswirkungen der Katastrophen vor Ort fortsetzen, führen wir hier immer noch Diskussionen über Atomkraft. Auch auf europäischer Eben ist die Atomlobby stark und arbeitet insbesondere an der Finanzierung von Atomkraft. Interessant dabei ist, dass sich die Argumente der Gegenseite verändert haben. Atomkraft wird als vermeintlich CO -neutral gelabelt, leiste so einen Beitrag gegen den Klimawandel und solle den erneuerbaren Energien gleichgestellt werden. Wir wollen mit euch ins Gespräch kommen, um zu besprechen, wie wir mit diesen Argumenten umgehen und wie wir die Jahrestage nutzen können, um diesen Märchen entgegenzutreten.
Moderation: Bettina Ackermann und Miriam Tornieporth (ausgestrahlt.de)

AG 2: Standortsuche zwischen Beschleunigungsdebatte und Vorbereitung der Regionalkonferenzen

In der AG sollen die Inhalte des Fachvortrages vertieft werden. Für 2026 ist eine Novelle des Stand AG angekündigt, BASE will die Regionalkonferenzen weiter ausgestalten und die BGE will im Juni weiter Arbeitsstände vorlegen. Wie können und wie wollen wir das begleiten? Welche (gemeinsamen) Forderungen leiten sich ab?
Input und Moderation: Wolfgang Ehmke (Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg), Jan Warode (BUND) und Bernd Redecker (BUND)

AG 3: Freimessen / Strahlenschutz

Zu Beginn stehen wieder die Berichte aus den Gruppen sowie der Erfahrungsaustausch. Als Schwerpunkt-Thema nehmen wir die Praxis der Freigabe in den Blick. Dabei geht es um die Vorbereitung der sog. Freimessung und welche Schritte dafür gegangen werden. Weiter werden wir die bisher vorliegenden Ergebnisse der Briefaktion besprechen, d. h. welche Massen an freigegebenen radioaktiven Stoffen zu erwarten sind.
Moderation: Gertrud Patan (Initiative AtomErbe Obrigheim und BBU)

AG 4: Castortransporte 2026

Zum Redaktionsschluss der Programmplanung war kein einziger der angekündigten 152 CASTOR-Transporte von Jülich nach Ahaus gestartet. Auch für den WAA-Transport aus Sellafield über die Nordsee zum AKW Brokdorf wurde bisher keine Transportgenehmigung erteilt. Je nach aktueller Lage wollen wir auf der AMK darüber diskutieren, wie wir künftige Transporte verhindern können und unsere Aktionen miteinander koordinieren.
Moderation: Daniel und Silke (AG Schacht KONRAD)

16.00 – 17.00 Uhr Abschlussplenum

  • Berichte aus den Arbeitsgruppen
  • Aktionsvorschläge, konkrete Planungen
  • Ausblick, Ankündigungen, Absprachen

Anmeldung

Wir bitten um eine Anmeldung (formlos) per Email an anmeldung@atommuellkonferenz.de

Wir bitten bei der Anmeldung um die Angabe der Zugehörigkeit zu Initiativen, Verbänden, NGOs oder Gruppen. Bei keiner oder sonstiger Zugehörigkeit wird im Einzelfall über die Teilnahme entschieden.

Kostenbeitrag
Zur Finanzierung bitten wir um einen Kostenbeitrag von 25,- € (inkl. Tagungsgetränken und -imbiss).
Überweisung an die AG Schacht KONRAD e.V. Konto 4067 8836 00 – GLS Gemeinschaftsbank eG (BLZ 430 609 67)
IBAN DE76 4306 0967 4067 8836 00     Stichwort: AMK
(da die Teilnahme nicht am Kostenbeitrag scheitern soll, kann auf Anfrage davon abgesehen werden)

Veranstaltungsort

Volkshochschule Göttingen, Bahnhofsallee 7, 37081 Göttingen

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Atommüllkonferenz kritisiert BASE und fordert echte Beteiligung und Zwischenlagerkonzept

Pressemitteilung 23.10.2025

Am letzten Samstag befassten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Atommüllkonferenz in Göttingen unter anderem mit der verlängerten Zwischenlagerung hoch radioaktiver Abfälle, dem Beteiligungsverfahren in Gorleben sowie dem Informations- und Dialogkonzept des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE). Sie erklären dazu:

Die Atommüllkonferenz (AMK) hält das Informations- und Dialogkonzept des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) für absolut unzureichend und stellt fest, dass es den Forderungen der AMK an Öffentlichkeitsbeteiligung in keiner Weise gerecht wird. Beteiligung und selbst echter Dialog sind nicht erwünscht. Das zeigt sich klar bei den laufenden Beteiligungsverfahren für das um 100 + X Jahre zu verlängernde Zwischenlager in Gorleben sowie für das Nationale Entsorgungsprogramm, die zentrale Forderungen des AMK-Forderungskatalogs für zukunftsgerichtete Sicherheit und Sicherung der Zwischenlager ignorieren. 

Die AMK fordert vom BASE und dem Bundesumweltministerium eine ernsthafte Beteiligung der Bevölkerung bei der anstehenden Neugenehmigungen der Zwischenlager und der Erstellung eines übergreifenden Zwischenlagerkonzepts. Ein solches Konzept muss sich den wachsenden Herausforderungen an die Sicherheit stellen und darf diese nicht länger ignorieren.

Pressekontakte:

Dr. Peter Widmayer, Vorstand BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, Tel: 0151 53759044, peter.widmayer@bi-luechow-dannenberg.de

Ursula Schönberger, Atommüllkonferenz, Tel.: 05341 63123, schoenberger@atommuellreport.de